WAHRNEHMUNGSDIAGNOSE

Wir sehen nicht mit den Augen und hören nicht mit den Ohren,
sondern mit dem Gehirn!

Die Hintergründe:

Der Erwerb der Sprache, insbesondere der Schriftsprache, stellt sehr hohe Anforderungen an das Seh- und Hörvermögen. Dies erfordert nicht nur gesunde Sinnesorgane, sondern auch eine möglichst fehlerfreie Verarbeitung der Sinnesfunktionen im Gehirn. Dazu gehören u.a. die präzise Unterscheidung von Lauteigenschaften, genaues dynamisches Sehen und eine zuverlässige Blicksteuerung – alles Leistungen, die nicht von den Sinnesorganen selbst erbracht werden können.
Auch bei gesunden Sinnesorganen können bei der Verarbeitung der Informationen im Gehirn Fehler oder Entwicklungsrückstände auftreten und zu Lernstörungen führen.
Hör-, Seh- und Blickprüfungen an der Universität Freiburg haben ergeben, dass z. B. die Hälfte der Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche (Legasthenie), mit Aufmerksamkeitsdefiziten oder mit Hyperaktivität bei diesen Tests deutlich schlechter abschneiden als Kontrollkinder.

Mögliche Untersuchungsgründe:

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Lesen?
- Es liest stockend, unsicher oder sehr schnell, aber flüchtig (Wörter werden erraten),
- rutscht aus der Zeile,
- lässt Buchstaben und / oder Endungen weg,
- verwechselt ähnliche und / oder spiegelbildliche Buchstaben, z. B. m - n, b - d, p – q,
- überspringt kurze Zwischenwörter,
- liest sehr ungern und findet Lesen anstrengend,
- erfasst schlecht den Sinn von gelesenem Text,
- bekommt Kopfschmerzen nach längerem Lesen,
- klagt über "schwimmende", "tanzende" oder verschwommene Buchstaben?

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Schreiben?

- Es hat ein unregelmäßiges Schriftbild,
- kann die Zeile nicht einhalten,
- zeigt bei längerem Schreiben ein zunehmend schlechteres Schriftbild und
- die Anzahl der Rechtschreibfehler nimmt zu,
- schreibt ein und dasselbe Wort im gleichen Diktat auf mehrere verschiedene Arten,
- bemerkt Rechtschreibfehler nicht,
- schreibt aufeinanderfolgende Worte zusammen?

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Rechnen?
- Es rechnet zählend (Zuhilfenahme der Finger),
- hat Probleme mit dem Zehnerübergang,
- kann sich Mengen nicht vorstellen,
- kann einfache Rechnungen im Kopf nicht "überschlagen",
- braucht sehr lange um Aufgaben zu lösen,
- hat Schwierigkeiten mit Textaufgaben?

Oder beobachten Sie bei Ihrem Kind, dass es
- sich nur schlecht konzentrieren kann,
- rasch ermüdet,
- sich leicht ablenken lässt?

Die gezielte Wahrnehmungsdiagnose hilft, Ursachen zu finden und wenn nötig zu beseitigen. Dazu muss man wissen: Auch wenn Augen und Ohren gesund sind, können Defizite im Bereich des Hörens, des Sehens, der Blicksteuerung und der simultanen Mengenerfassung bestehen, denn:


Die Diagnose:


In Zusammenarbeit mit dem Freiburger Blickzentrum untersuchen wir
- das dynamische Sehen,
- die sprachfreie Hörwahrnehmung und
- die simultane Mengenerfassung

Diagnose und Training der Verarbeitung von Sinnesinformationen im Gehirn schaffen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche pädagogische Förderung.


Das Training:


Das gezielte Training der diagnostizierten Entwicklungsrückstände erfolgt mit Geräten, die im Freiburger Blickzentrum entwickelt wurden. Durch tägliches kurzes Üben (ca. 10 Minuten), das zuhause durchgeführt wird, können die Defizite aufgeholt werden.
Die Zeiträume sind überschaubar und liegen im Durchschnitt zwischen drei und sechs Wochen.

Die Kosten:

Die Kosten für die Überprüfung von dynamischem Sehen, Hörverarbeitung und simultaner Mengenerfassung belaufen sich, je nach Umfang, zwischen 70,00 € und 170,00 €
Werden Defizite in einzelnen Bereichen festgestellt, können diese durch ein gezieltes Training behoben werden.
Die Kosten belaufen sich, je nach Umfang des erforderlichen Trainings, zwischen 150 € und ca. 600 €.